39 Jahre Stromberger Karneval

V e r e i n s h i s t o r i e  1 9 7 3 - 2 0 1 2

Vereinsgemeinschaft Stromberger Karneval  1973 - 1995

Gemeinschaft Stromberger Karneval 1995 e.V.

 

In eine ganz und gar nicht karnevalistische Jahreszeit, den Advent des Jahres 1973, fiel die Geburtsstunde der "Vereinsgemeinschaft Stromberger Karneval".

Die Bürgerschaft verfolgte das waghalsige Unternehmen mit Skepsis und prophezeite ihm keine lange Lebensdauer. Denn immerhin beschritten wir damals in Stromberg karnevalistisches Neuland und das nicht etwa als Karnevalsverein sondern als Arbeitsgemeinschaft von Vereinen, die sich das ganze Jahr über ganz anderen Aufgaben zu widmen hatten.

Und dennoch hatten wir es damals gewagt, wir, das waren in vorderster Front Siegfried Dommershausen für den Musikverein, Friedel Vohl für den MGV 1873, Günter Schöneberg für den FSV und Jürgen Hoppen für den Verkehrs- und Verschönerungsverein. Vielleicht oder gerade deshalb kann unsere Vereinsgemeinschaft (VSK Stromberg) bis 1995 auf eine mehr als 22jährige Tradition zurückblicken, weil wir uns damals nicht in vertragliche Vereinbarungen verstiegen und unserem Vorhaben kein perfektes Organisationsstatut aufzwängten, sonderen weil wir uns lediglich das Wort abverlangten, mit dem eigenen Verein das Beste zum Gelingen unseres Vorhabens beizusteueren.

Wenn man heute in den sorgfältig archivierten Sitzungsprogrammen, Pressenotizen oder in einem Fotoalbum blättert, das ausschließlich der Stromberger Fassenacht vorbehalten ist, so kommen viele fröhliche Erinnerungen, an denen Sie als Leser dieser kleinen Chronik teilhaben sollten.

 

Schon in 2. Jahr unserer karnevalistischen Verbrüderung, im Jahre 1975 sprengten wir die räumliche Enge unserer Narrhalle und verlegten einen Teil der närrischen Aktivitäten auf den Sportplatz. Das Ergebnis für einen guten Zweck und die Begeisterung der Zuschauer waren kaum zu übertreffen.

 

Unsere Sitzungen waren schnell den Kinderschuhen entwachsen, denn die Sitzungskapelle des "Musikvereins Stromberg" unter der Leitung von Siegfried Dommershausen brachte viel Erfahrung durch ihr jahrelanges Mitwirken bei anderen Sitzungen im Stadtgebiet mit. Unter dem Elferratspräsidenten Theo Wagner trat zum ersten mal die Garde Grün-Weiß auf und gaben die Hofsänger des MGV ihr Debut. Wer erinnert sich dabei nicht noch an "Stromberg, Stromberg, oh wie bist du schön", "Dat Bleidche raus" und an den eindrucksvollen Luftballonregen beim Finale.

 

Im Jahr 1975 trat auch zum ersten mal die Kakadu-Gruppe vom Musikverein auf. Mit echtem rheinischem Humor und viel Lebensfreude hat sie die Herzen der Stromberger erobert.

Zum Fastnachtsumzug, der aus einem Kinderumzug der Grundschule entstanden war, verpflichteten wir erstmalig zu unseren Haus- und Hofbläsern vom Musikverein eine auswärtige Musikkapelle. Einschließlich der beiden Kapellen bestand der ganze Umzug aus 7 Zugnummern. Im Jahr darauf waren es jedoch schon 13 angemeldete Wagen und Gruppen, zuzüglich zahlreicher "Einzelkämpfer", die sich dem Zug anschlossen.

 

In das Jahr 1976 fiel auch die Geburtsstunde das Karnevalshits "Siehste dat es Stromberg", mit dem wir traditionsgemäß bis heute unsere Sitzungen beschließen. Mit dem im gleichen Jahr allen Elferräten nach Maß "verpaßten" Uniformen wurde das "Grün" offiziell in die Stromberger Fastnacht eingeführt. Die Tanzgarde, jetzt auch Grün-Weiß, stieg zum ersten mal mit einer Nachwuchsformation, der kleinen Garde, in das Sitzungsprogramm ein und präsentierte uns ab 1977 dann noch zusätzlich einen Schautanz, unter denen der CanCan des Jahres 1978 sicher einer der Höhepunkte darstellte.

 

Mittlerweile war die Vereinsgemeinschaft so fest in das karnevalistische Treiben von Groß-Bendorf eingebettet, daß sich Stromberger Wagen und Gruppen regelmäßig am Bendorfer Rosenmontagszug beteiligten und auch solche zum Gegenbesuch dienstags nach Stromberg kamen. Der Besuch des Bendorfer Prinzenpaares bei unseren Sitzungen sowie die Teilnahme an unserem Umzug wurde schon sehr bald zu einer Selbstverständlichkeit.

 

Zu den Sitzungen und dem Umzug kam 1979 noch eine närrische Gerichtssitzung, auf der sich so mancher sündige Zeitgenosse nur durch eine großherzige Spende in die Kasse der Vereinsgemeinschaft aus den Fängen der Garde Grün-Weiß freikaufen konnte. Leider ließ sich die Veranstaltung terminlich nicht durchhalten, so daß sie wieder aus unserem Programm herausgenommen werden mußte.

 

Ab 1980 erreichten unser Umzüge dann eine Größenordnung, die man für unseren Stadteil Stromberg als Obergrenze ansehen dürfte. 25 Wagen und Gruppen, darunter 4 Musikkapellen zogen durch die Stromberger Straßen und niemand durfte sich darum wundern, daß, wenn schon so viele am Zug beteiligt waren, kaum noch welche als Zuschauer übrig bleiben konnten.

 

In den Jahren 1981 und 1982 erreichten wir mit 4 ausverkauften Sitzungen pro Session einen absoluten Besucherrekord, was jedoch von vielen Aktiven als fast unzumutbare Belastung empfunden wurde, so daß wir ab 1983 wieder auf 3 Sitzungen zurückgeschraubt haben.

 

Einer der Höhepunkte der Vereinsgeschichte erlebte die Vereinsgemeinschaft im Jubiläumsjahr 1984 mit der Proklamation von Prinz Horst von der Kappesbitz und der Prinzessin Angelika von der Salzglasierten.

 

Ein Jahr später bestiegen Prinz Rudolf I. vom Steilen Zahn und Prinzessin Liane I. mit der Goldplombe, Rudolf und Liane Schmidt, den närrischen Thron.

 

In den folgenden Jahren feierten wir weiterhin urwüchsigen Karneval. Die Themen der Vorträge zeigten, daß in Stromberg kein Blatt vor den Mund genommen wurde und es wurde gesagt, wo einen der Schuh drückt. Welt- und Zeitgeschehen wurden ebenfalls auf die Schippe genommen.

 

1991 war für die "Stromberger Fassenacht" kein gutes Jahr. Erst fielen wegen des Golfkrieges alle Veranstaltungen aus und dann stand auch der bisher genutzte Saal nicht mehr zur Verfügung. Wir Stromberger suchten ein Ausweichquartier und fanden es.

 

Am 8.2.1992 feierten die Stromberger erstmals Fastnacht in der Mehrzweckhalle in Mülhofen. Dank der guten Unterstützung seitens der KG Mülhofen konnten die Stromberger auch in Mülhofen einen unbeschwerten Karneval feiern. Lediglich die Eröffnung der Karnevalssession 1992 feierten wir im Freizeitzentrum in Stromberg. In der vom Elferrat mühevoll geschmückten Notunterkunft konnten wir das 3. Stromberger Prinzenpaar, Prinz Heiner von der Haiderbach und Prinzessin Iris vom Böhmerwald, mit tosendem Beifall begrüßen.

Freude herrscht unter den Stromberger Karnevalisten von Beginn der närrsichen Session
1994 / 95, da sie einmal ihr 22-jähriges Vereinsjubiläum und darüberhinaus wieder Karneval in Stromberg feiern können.

Im Jubiläumsjahr wurde die "Vereinsgemeinschaft Stromberger Karneval" (VSK) am 3. November 1995 in die "Gemeinschaft Stromberger Karneval 1995 e.V." (GSK) umgewandelt. Von nun an war die Stromer Fassenacht nicht mehr Aufgaben vieler Stromberger Vereine, sondern es gab einen offiziellen Karnevalsverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die erfolgreiche Arbeit der VSK weiterzuführen und das Brauchtum Karneval in Stromberg zu erhalten.

Der 1. Vorsitzende der GSK war Klaus Dohms, der den Verein bis zum Jahr 2001 leitete und dann die Führung an Heiner Eidenberg abgab.

Auch sonst hatte sich in der Session 1995/1996 einiges für den Verein verändert.
Zum einen konnte man seitdem die Dieter-Trennheuser-Halle für die Veranstaltungen nutzen. Hier wurden von nun an die Sitzungen, die Kindersitzung und der Ball nach dem Zug durchgeführt. Auch in Bezug auf den Umzug gab es eine große und auch erfolgreiche Änderung. Im Jahr 1996 ging der Stromberger Karnevalsumzug erstmals an
einem Samstag durch das Dorf.

Im Jahr
1998 konnte die GSK den Stromberger Narren nach 6 Jahren prinzenloser Zeit endlich wieder ein karnevalistisches Herrscherpaar präsentieren. Im November diesen Jahres wurden Olaf Dommershausen und seine Frau Yvonne zum Prinzenpaar gekürt.
Als Prinz Olaf 1. von der goldenen Trompete und Prinzessin Yvonne 1. vom aufgehenden Rolladen führten sie die Stromberger durch die 5. Jahreszeit. In dieser Session erhielt die GSK hohen närrischen Besuch aus Kitchener in Kanada. Zu dem dortigen Karnevalsverein Narrenzunft Concordia besteht seit 1997 eine freundschaftliche Verbindung. 

 

In den folgenden Jahren bot die GSK den Stromberger Narren attraktive Karnevalsveranstaltungen. Sehr beliebt waren hier die Mottobälle nach dem Umzug. Leider musste die GSK auch schmerzhafte Erfahrungen machen. So musste im Jahr 2002 eine Karnevalssitzung ausfallen, da nicht genug Nachfrage nach den Karten herrschte. Da aber alles Negative auch etwas Positives mit sich bringt, beschritt die GSK im darauffolgenden Jahr 2003 neue Wege in Bezug auf Karnevalsveranstaltungen. Die Idee des Karnevalsrock wurde geboren und am Valentinstag 2003 rockten die ASSHOLES mit der Vorgruppe Sixpack zum 1. Stromberger Karnevalsrock in der Dieter-Trennheuser-Halle. Die Sitzung war in diesem Jahr ausverkauft und beim "Ritterball " war wieder viel los in der Halle.


In der Kampagne 2003/2004 war alles, oder einiges etwas anders als sonst. Denn Stromberg hatte wieder ein Prinzenpaar, Prinz Walter mit seiner Lieblichkeit Prinzessin Karin, die im Jahr von Strombergs 800. Geburtstag das Zepter in der Hand hielten. Die Inthronisation des Stromberger Prinzenpaares, Prinz Walter I. von Mine de Bocki und Prinzessin Karin I. von Übersee fand am 07.11.2003 statt.  Nach dem Erfolg des 1. KarnevalsRock heizte in dieser Session die MegaBand in der Dieter-Trennhäuser-Halle kräftig ein. Wilde Piraten enterten nach dem "Stroomer Zuch"  beim Piratenball das Stromberger Narrenschiff.

 

33 Jahre Stromberger Karneval und 11 Jahre Gemeinschaft Stromberger Karneval 1995 e.V., dieses närrische Jubiläum konnten wir mit vielen Gästen aus nah und fern in der Session 2005 / 2006 feiern. Die Jubiläumsveranstaltung "33 Jahre Stromberger Karneval", der 4. KarnevalsRock, die Große Kostümsitzung sowie der Mottoball "1001 Nacht" nach dem Umzug rundeten das Jubiläumsjahr ab.

 

Nach soviel Jubiläen wie der 800 Jahrfeier Stromberg unter Herrschaft von Prinz Walter und Prinzessin Karin 2003 / 2004 und 33 Jahre Vereinsjubiläum Stromberger Karneval 2005 / 2006 wurde in der Session 2007 / 2008 keinesfalls zurückgesteckt. Neben der bei dem karnevalistischen Nachwuchs beliebten Stromberger Kindersitzung, der Großen Prunksitzung und dem Umzug konnte man beim Mottoball mit der Gruppe ENJOY "Hoolywood in Stromberg" live miterleben.

 

Im Jahr 2008 / 2009 hat sich die GSK das Sessionsmotto "Flower Power - die 70er" ausgedacht. Viele Narren sahen sich in diese Zeit zurückversetzt. Die Veranstaltungen waren farbenfroh - bunte Hemden, weite Hosen, Minirock, Hot Pants, lange Haare und Plateauschuhe waren die Markenzeichen dieser Kampagne. Auch das Tanzpaar Sarah Neuheisel und Andre Klug waren in dieser Session ein Garant des Stromberger Karnevals.

 

2009 / 2010 fiel eine Invasion von Mexikanern über den Stromberger Karneval her. Getreu nach dem Leitsatz unseres Elferratspräsidenten Klaus Dohms "Mexikanische Lebensfreude in die Stromberger Fastnacht" war diese Session von Temperament, Gauchos, Tequila etc. geprägt. Der Elferrat konnte selbst die "Kleinsten Mexikaner" mit ihren  Sombreros und Ponchos von ihrem mexikanischen Motivwagen aus beim Umzug begrüßen.

Erstmalig konnte die GSK ein Tanzmariechen , Sarah Neuheisel, präsentieren.

Edgar Berg, Gründungsmitglied der VSK im Jahr 1973, feierte seinen 80. Geburtstag.


ÄGYPTEN lautete das Motto der Session 2010 / 2011. Das geheimnisvolle Land am Nil mit den jahrtausend alten Pyramiden lieferte schon im November des Vorjahres die Grundlage zum Bau des  Motivwagens. An drei Karnevalsumzügen, nämlich Stromberg, Höhr-Grenzhausen und Bendorf, war dieser schöne Wagen zu sehen.

Auch die Halle wurde vom Elferrat mit Motiven des "Alten Ägypten" geschmückt und der Stromberger Unkrautklub trat in dieser Kampagne als Ägypterinnen auf. Ein Augenschmaus. Neben dem 6.  Human-Table-Soccer Turnier, an der 14 närrische Mannschaften teilnahmen, war die Kindersitzung und die Kostümsitzung wieder eine voller Erfolg. Die ausverkaufte Halle bei der Kostümsitzung stellte nochmal mehr unter Beweis, dass das Brauchtum Karneval in Stromberg weiterhin mit viel Spaß seinen Platz hat. Die GSK konnte in dieser Session wieder ein Tanzpaar, Sarah Neuheisel und Sascha Arndt, präsentieren. Petrus muss ein Karnevalist sein. Ja, das dachten sich viele Narren. Bei Kaiserwetter zog der "Stroomer Zuch" viele Zuschauer an, die im Anschluss in der Halle noch ein tolles Programm der teilnehmenden Musikvereine und Garden sahen. Auch in diesem Jahr lud mit Live Musik der Band ENJOY der Mottoball zu einem kräftigen Abfeiern ein. Kurzum: Eine gelunge Session 2010 / 2011.

 

Das Motto der Session 2011 / 2012 lautete: "DAS TRAUMSCHIFF". "Nimm mich mit Kapitän auf die Reise, auf die Reise in die weite weite Welt". Und so geschah es, dass in dieser Kampagne viele Karnevalsfreunde, Gäste und Zugzuschauer mitgenommen wurden zu maritimen Reisen um die ganze Welt. Ob Soccerturnier, Kindersitzung, Kostümsitzung, Karnevalsumzug oder die Traumschiff-Ahoi-Party - alle Jecken kamen auf ihre Kosten. Der berühmte GSK-Marinechor brachte wieder Stimmung mit Seemannsliedern vor der tollen Kulisse des Bühnenbildes "Traumschiff".  Elferratsmitglied Ottmar Schöneberg hatte wieder tolle Ideen zur Gestaltung des Komiteewagens "Traumschiff" und des Bühnenbildes. Rundum: Eine tolle Kampagne 2011 / 2012 in Stromberg.

 

Das Motto der Session 2012 / 2013 wird noch bekannt gegeben.